Wie man nur ein Video, jedoch nicht den Ton an beliebiger Stelle mit Standbild pausiert und dann exakt weiterlaufen lässt.
Häufig kommt es vor, dass ein Video vorübergehend stoppen, der Ton aber weiterlaufen soll, weil zum Beispiel ein Titel mit gewisser Zeitdauer eingeblendet werden soll oder ein erklärender Kommentar länger ist, als der dazugehörige Filmabschnitt oder man nachträglich noch zusätzliche Erläuterungen hinzufügen möchte, ohne dass das Video dabei weiterläuft, weil sich sonst vielleicht das Gesprochene längst nicht mehr auf den gezeigten Inhalt bezieht. Im Anschluss soll das pausierte Video exakt nach der gestoppten Stelle weiterlaufen. Für diesen Fall ist ein Standbild das Mittel der Wahl, wofür es mehrere Methoden gibt, die in diesem Tutorial zur professionellen Videoschnittsoftware VEGAS Pro ausführlich bebildert sowie im Video gezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis:
- Schnell und effizient ein Standbild ins Video bringen
- Marker für optimale Übersicht und schnelles Anspringen
- Event für Standbild trennen
- Freeze Frame mit Hüllkurve an Cursorposition einfügen
- Event nach dem Standbild positionieren
- Event bis zum Standbildende trimmen
- Tonspur des Videos für die Standbilddauer stummschalten
- Freeze Frame an Cursorposition ohne Event zu trennen
- Snapshot für Standbild nutzen
- Video zu den Methoden für ein Standbild in VEGAS Pro
- Weitere Tutorials und Tests zu VEGAS Pro
- Stets die günstigsten Konditionen für den Erwerb von VEGAS Pro
Schnell und effizient ein Standbild ins Video bringen
VEGAS Pro ist eine professionelle und intuitiv nutzbare Videoschnittsoftware, jedoch mit einer riesigen Zahl an Werkzeugen und Funktionen. Außerdem gibt es oft mehrere Methoden, die zum Ziel führen. Wer nicht die Lust oder Zeit hat, das wirklich umfangreiche Handbuch zu lesen, greift dann möglicherweise zu umständlichen Methoden, um zum Ziel zu kommen oder denkt sogar, es funktioniert nicht. Tatsächlich lässt sich in VEGAS Pro aber nahezu alles realisieren, sonst wäre es keine über Jahrzehnte bewährte Videobearbeitungssoftware für die professionelle Anwendung. Auch ein Standbild lässt sich in unterschiedlicher Weise ins Video bzw. in den Film bringen und wenn man weiß wie, geht das sehr schnell und effizient, wie im Folgenden gezeigt wird.
Marker für optimale Übersicht und schnelles Anspringen
Natürlich setzt man zunächst den Abspielmarker bzw. Cursor an die Position, an der das Standbild erscheinen soll. Es ist zudem immer eine gute Idee, auch gleich einen Marker zu setzen und zu benennen. So behält man die Übersicht und kann die Stelle mit einem Klick auf den Marker ganz schnell anspringen. Auch für das Ende der Standbilddauer bietet es sich an, gleich einen Marker zu setzen, wenn das Ende zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt ist.
Ein Marker lässt sich ganz schnell mit der Taste »M« oder mit Rechtsklick über der ersten Spur und über »Marker/Regionen -> Marker einfügen« aus dem Kontextmenü erzeugen. In diesem Beispiel wurde die Bezeichnung »Standbild Beginn« gewählt, was man beim täglichen Umgang mit VEGAS Pro natürlich auch kürzer halten könnte.
Event für Standbild trennen
Eine vielfach verwendete Methode wäre es jetzt, an der Cursorposition, also da, wo das Standbild beginnen soll, das Event zu trennen, was ganz schnell mit der Taste »S« erledigt ist. Meist gehört auch eine Audiospur zum Video, welche für die Dauer des Standbilds bzw. des Voiceovers stummgeschaltet werden soll. Diese ist standardmäßig mit der Videospur gruppiert und wird deshalb automatisch ebenfalls mit getrennt. Für die Stummschaltung ist das jedoch nicht unbedingt nötig, aber dazu weiter unten noch mehr.
Nun wird der Abspielmarker an den Punkt gesetzt, an dem das Standbild enden bzw. der Film weiterlaufen soll. Das kann zum Beispiel da sein, wo ein nachträgliches Voiceover endet. Hier empfiehlt sich ebenfalls wieder ein Marker, zum Beispiel mit der Bezeichnung »Standbild Ende«. Auch hier wird nun das Event getrennt. Dann geht es mit dem Abspielmarker wieder zurück zum Standbildbeginn, was dank des anfangs gesetzten Markers mit einem Klick präzise erledigt ist.
Freeze Frame mit Hüllkurve an Cursorposition einfügen
Mit einem Rechtsklick auf das Event wird nun im Kontextmenü die Option »Hüllkurve einfügen/entfernen -> Freeze Frame an Cursorposition« gewählt.
Oder man macht das noch schneller mit Klick auf das Symbol »Freeze Frame am Cursor« im Event-Header, der sich ja standardmäßig rechts unten auf jedem Event befindet. Sollte dieses Symbol nicht verfügbar sein, kann man es sich durch Klick auf die drei kleinen Punkte ganz rechts im Event-Header und wählen von »Sichtbare Schaltflächen bearbeiten« aus der nun angezeigten Liste aktivieren, was Sinn macht, wenn man Freeze Frame immer wieder benötigt.
Nun ist eine durchgezogene Linie im unteren Bereich des Events zu sehen. Es handelt sich dabei um eine Geschwindigkeits-Hüllkurve, die sich auch verändern lässt. Diese hat nun wegen Freeze Frame den Standardwert Null. Null Geschwindigkeit bedeutet also, dass sich das Video nicht mehr bewegt. Super, das ist doch genau das Ziel gewesen. Belässt man das jetzt so, fehlt nach dem Standbildende jedoch einiges an Material. Das Video läuft einfach da weiter, wie es auch ohne Standbild der Fall gewesen wäre. Es fehlen also die Videosequenzen von der Dauer des Standbildes.
Event nach dem Standbild positionieren
Ein Problem ist das aber nicht. Jetzt muss einfach nur das Event nach dem Standbild soweit in der Zeit nach vorne geschoben werden, wie die Standbilddauer ist. Hier im Beispiel sind es 7 Sekunden. Vorher sollte man noch darauf achten, eventuell weitere vorhandene Events nach hinten bzw. nach rechts zu schieben, um entsprechend Platz für das Event nach dem Standbild zu schaffen. Danach sollte auch die Funktion Auto-Ripple unten in der Werkzeugleiste deaktiviert werden, falls aktiv, denn es soll sich ja nur das eine Event bewegen.
Ist das Event markiert, lässt sich dessen Zeitposition oben über den Spurköpfen ablesen. Auch rechts in der unteren Werkzeugleiste ist das der Fall. Dort kann nun auch in die Zeitangabe doppelt hineingeklickt und die neue Zeitposition eingetragen werden. Das ist vielleicht etwas einfacher, als den Abspielmarker mit der Maus exakt an die richtige Position zu schieben. Hier im Beispiel ist das sieben Sekunden dauernde Standbild bei 12 beendet. Also ist die richtige Position in diesem Fall bei 19. In der Praxis handiert man sicher eher mit krummen Werten, was aber völlig egal ist, denn es lässt sich immer genau positionieren. Ein weiterer Marker an dieser Position kann natürlich auch nicht schaden.
Event bis zum Standbildende trimmen
An diese Position wird nun also der Anfang des Events, also die linke und nicht die rechte Kante des Events gezogen. Schließlich wird das Event durch Ziehen mittig an der linken Kante nach links bis zum Standbildende erweitert und damit getrimmt. Somit ist der Vorgang dann ganz präzise erledigt und es fehlen keine Videosequenzen. Das funktioniert deshalb, weil auch nach dem Trennen eines Events die Tracks vollständig in jedem Event verfügbar sind. Durch das Schneiden verliert man in VEGAS Pro keine Inhalte und kann sie jederzeit wiederherstellen, weil Events nur Container für die Tracks sind und diese eben nicht beschnitten werden. Theoretisch könnte man ein Event trennen und dann beide Events so trimmen, dass zwei vollständige, gleiche Videotracks vorliegen, was in der Praxis natürlich Quatsch ist. Kopieren geht immer deutlich einfacher und schneller.
Tonspur des Videos für die Standbilddauer stummschalten
Läuft das Video nicht, soll in dieser Zeitspanne in der Regel auch der Ton der Videoaufzeichnung nicht hörbar sein. Jedoch soll natürlich das nachträglich eingesprochene Voiceover vom Videoanfang bis zum Standbildende bei Sekunde 12 zu hören sein. Der Videoton muss also solange stummgeschaltet werden, wie das Standbild zu sehen ist, was etwas anders funktioniert, als ein Video wie oben beschrieben, einzufrieren. Nun könnte man so vorgehen, dass man mit einem Rechtsklick auf die Videotonspur aus dem Kontextmenü »Umschalter -> Ton stummschalten« aktiviert. Damit ist nun die komplette Audiospur lautlos und erhält die Markierung »Medium offline«. Das ist allerdings in diesem Fall nicht zielführend, weil so keine Möglichkeit besteht, nur Teile der Tonspur stummzuschalten.
Der richtige Weg in diesem Fall ist demnach ein Rechtsklick auf den Spurkopf ganz links. Jetzt kann aus dem Kontextmenü »Hüllkurve einfügen/entfernen -> Ton stummschalten« gewählt werden. Die Hüllkurve ist nun an der horizontalen Linie oben auf der Tonspur erkennbar, die auch rechts über die Tonspur hinaus zu sehen ist. Nun kann man beim Standbildbeginn ganz oben ansetzen, bis der Tooltip »Stumm« erscheint und mit einem erneuten Rechtsklick einen Punkt hinzufügen. Dieser wird dann einfach nach unten gezogen, womit die Spur ab Standbildbeginn stummgeschaltet ist. Am Standbildende wird dann unten angesetzt, bis der Tooltip »Stumm« erscheint, mit einem Rechtsklick auch hier ein Punkt hinzugefügt und diesmal nach oben gezogen. So ist der Ton nach dem Standbildende wieder zu hören.
Auf diese Weise kann man beliebige Bereiche flexibel lautlos machen. Durch die Abdunklung sind die stummen Bereiche gut erkennbar. Ob ein Event auf der Audiospur nun vorab geschnitten wurde oder nicht, ist unerheblich, denn die Hüllkurve bezieht sich immer auf die komplette Spur und wird einfach durch Setzen von Punkten gesteuert. Trennt man die Tonevents im Nachhinein und verschiebt die Events, werden die gesetzten Hüllkurvenpunkte ebenfalls mitverschoben.
Anstatt mit einer reinen Stummschaltung, kann man so auch mit unterschiedlicher Lautstärke vorgehen, was aber hier nicht das Thema ist. Bei den folgenden Methoden funktioniert die Stummschaltung der Tonevents genauso und ist nicht nochmals angemerkt.
Freeze Frame an Cursorposition ohne Event zu trennen
Nun gibt es aber eine vielleicht sogar noch bessere Methode, von der nicht so häufig zu hören ist und mit der man sich das Trennen von Events komplett sparen kann. Zunächst wird auch wieder die »Option Freeze Frame an Cursorposition« am gewünschten Beginn für das Standbild genutzt. Diesmal jedoch ohne vorher an dieser Stelle das Event zu trennen. Es erscheint nun wieder die Geschwindigkeitskurve. Exakt an der Cursorposition des Abspielmarkers fällt die Kurve von normaler Geschwindigkeit hart auf Null ab und behält dies bis zum Ende des Events bei, was für das Standbild nicht gewünscht ist und sogleich geändert wird.
Noch mit Cursor am gewünschten Anfang des Standbildes, wird mit Rechtsklick auf den unteren Punkt der Geschwindigkeitskurve geklickt und aus dem Kontextmenü der Befehl »Halten« aufgerufen. Warum das wichtig ist, erklärt sich gleich.
Es wird dann der Cursor an das gewünschte Ende der Standbilddauer gesetzt und mit einem Rechtsklick auf die Hüllkurve bzw. die Linie, ein neuer Punkt über das Kontextmenü hinzugefügt.
Dann nochmal ein Rechtsklick und diesmal die Option »Auf normale Geschwindigkeit einstellen« wählen. Wäre nicht vorher am Standbildbeginn die Option »Halten« für den unteren Punkt aktiviert worden, würde die Linie jetzt schräg nach oben rechts verlaufen. Natürlich kann man auch absichtlich eine schräge Linie verwenden, was auch ein interessanter Effekt sein kann und die Kurve kann auch immer manuell angepasst werden.
Um auch hier keine Videosequenzen zu verlieren, muss ebenfalls getrimmt werden, nur ist diesmal logischerweise die Rechnung etwas anders. Zusätzlich zur Standbilddauer, wird die restliche Dauer des Events dazu addiert. Hier im Beispiel sind das also die 7 Sekunden Standbild plus 1,15 und damit 8,15. Vom Standbildende von Position 12 aus ergibt sich damit die Position 20,15. Aber so umständlich muss man das natürlich nicht machen. Wenn nicht anders eingestellt, wird ja die Eventdauer am Ende angezeigt. Hier im Beispiel 13,15. Hier dann einfach die 7 Sekunden der Standbilddauer dazu nehmen und man ist wieder bei 20,15. Diese Methode lässt sich mit weniger Gefrickel einsetzen und ist damit wohl besser, als vorher die Events zu schneiden.
Snapshot für Standbild nutzen
Schließlich kann man auch noch eine ganz simple Möglichkeit nutzen. Einfach den Cursor an den gewünschten Beginn für das Standbild setzen und einen Snapshot machen. Dazu einfach oben rechts über dem Vorschaumonitor auf das Symbol »Snapshot in Datei speichern« klicken. Der Snapshot ist dann im Reiter »Projektmedien« verfügbar. Natürlich muss nun das Event am Standbildbeginn getrennt werden. Den Snapshot kann man dann dazwischen auf der gleichen oder auch einer extra Spur positionieren. Das Snapshot-Event lässt sich beliebig lange nach rechts trimmen und damit genau die gewünschte Standbilddauer bestimmen. Damit wird zwar das Videoprojekt etwas aufgebläht und verbraucht mehr Speicherplatz, aber das hält sich in Grenzen und dürfte nicht wirklich ein Problem sein.
Wie bereits oben erwähnt, gibt es oft viele Methoden, um zum gleichen Ziel zu kommen. Welche nun die beste ist, muss jeder für sich entscheiden. Sicher ist die Option Freeze Frame ohne das Event zu trennen und ohne Snapshot sehr vorteilhaft und offensichtlich nicht jedem bekannt.
Video zu den Methoden für ein Standbild in VEGAS Pro
Wer die aufgeführten Methoden in Aktion sehen möchte oder schlicht keine Lust hat, den Text zu lesen, erfährt auch alles hier im Video zu den Methoden für ein Standbild in VEGAS Pro. Allerdings lohnt es sich schon, zu lesen und zu schauen, weil so doch ein paar zusätzliche Dinge zu erfahren sind.
Weitere Tutorials und Tests zu VEGAS Pro
Weitere Tutorials und Tests zu VEGAS Pro sind hier im Bereich Tutorial in der Kategorie Audio & Video zu finden und es werden stets mehr, weshalb es sich sicher lohnt, dranzubleiben.
- VEGAS Pro - Werkzeuge zum Trimmen, Slippen und Sliden
- VEGAS Pro - Zeitraffer und Zeitlupen für effektvolle Videos
- VEGAS Pro - Videoclips in einem Schritt neu anordnen
- VEGAS Pro 22 mit KI Auto Reframe & Beat Detection - Test
- VEGAS Pro 21 Update 3 - Magix Content & KI-Text für alle
- Magix Vegas 21 Test - Download + Angebote mit Rabatt
Stets die günstigsten Konditionen für den Erwerb von VEGAS Pro
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